Abstract for 8. Die deutsche Präsenz in Afrika (1682-1918): Von der Zusammenarbeit zur Kolonisierung

Im 17. Jahrhundert ließen sich deutsche Händler und Missionare vor allem an der afrikanischen Küste nieder und gründeten dort Handelsposten, Kirchen und Schulen. Das Deutsche Reich, das ab 1871 zu einer Großmacht wurde, sah sich mit einem raschen Bevölkerungswachstum konfrontiert, was zu sozialen Schwierigkeiten führte. Um diese Situation einzudämmen, schlug der prokolonialistische Diskurs den Erwerb von Territorien in Afrika vor. So finden die Protektoratsverträge, die als Symbol echter freundschaftlicher Beziehungen galten, in der Praxis der afrikanischen Gastfreundschaft Widerhall. Diese Protektorate, die sich rasch in Herrschaftsinstrumente verwandelten, erhielten durch eine kühne Auswanderungspolitik die Unterstützung des Deutschen Reiches und verschiedener Kolonialgesellschaften, die die Verwirklichung territorialer Eroberungen konkretisierte. Beim Schutz von Territorien und der Zusammenarbeit mit den bestehenden Machthabern handelte es sich im Grunde nur um eine Monopolisierungsstrategie und ein Kontrollinstrument, das die lokalen Behörden nicht vorausgesehen hatten. Durch diesen Akt der Aufnahme wurden die lokalen Behörden und ihre Bevölkerung in ihrer eigenen sozialen Tugend gefangen, deren Auswirkungen noch heute sichtbar sind. Ziel der vorliegenden Studie ist es, zunächst den Stand der deutsch-afrikanischen Beziehungen vor der Kolonialzeit zu analysieren, dann die Ursachen der kolonialen Auswanderungspolitik ab 1880 herausarbeiten und schließlich die Folgen der bedingungslosen Gastfreundschaft hervorzuheben.